Josie Majetić – Handjob

Eingewickelt in Plastik, erscheint das Selfmade Magazine »Handjob«. Eher ein Kunstobjekt, widmet sich die Zeitschrift dem Thema Masturbation. Vor ungefähr drei Jahren hatte Josie Majetić die Idee eines eigenen Magazins – als experimentellen Raum und Ausgleich zu ihrer sonstigen Auftragsarbeit als Grafikdesignerin. Wie beschreibt man ein heikles Thema, über das man eigentlich gar nicht spricht? Ausgangsfrage für die Weiterentwicklung einer Idee, ein intimes Thema zu visualisieren und erfahrbar zu machen. Auf ihre Fragen unter Bekannten und Freunden erhält Josie Majetić nur wenige Antworten. Man spricht offenbar nicht über manche Themen.

Weitergedacht: Josie Majetić erweitert den Kontext ihrer Idee. Die Idee von Lust als Motor und Antrieb für eigenes Schaffen findet sich in der Gestaltung und Umsetzung des Heftes wieder. Von Handarbeiten über ein Porträt von Annie Sprinkle bis zu Pornographie-Geschichte finden sich viele thematische Aspekte in dem eigenwilligen Projekt wieder. Majetić arbeitet nach dem Prinzip »Learning by doing«: »Ich wollte hochwertige Texte – und hatte keine Ahnung, wer sie schreiben könnte.« Auf der haptischen Ebene funktioniert das Magazin ebenfalls: Ein Klappsystem der Seiten ermöglicht dem Leser, sich die beschriebenen Erfahrungen und Geschichten buchstäblich zu »erfalten«, sie zu entfalten im ganz direkten Sinn.

Mithilfe eines Sponsors gelingt es Josie Majetić, das Magazin zu drucken. Die Konfektionierung der insgesamt 200 gedruckten Exemplare ist dann ein echter »Handjob«: Mangels technischer Machbarkeit hat die Designerin sie sämtlich von Hand genutet, gefaltet und verpackt. Was als zunächst einmaliger Versuch gestartet ist, findet jetzt eine Fortsetzung; 15 Geschichten, erzählt von 15 Kreativen, über ihren ganz persönlichen Handjob. In der nächsten Ausgabe des Magazins »Handjob«.

josiemajetic.de