Jean François Porchez - Typefaces as voice of branding and publications

Als Gründer von Typofonderie und Typedirektor bei ZeCraft entwirft Porchez maßgeschneiderte Schrift- und Logotypen, für LeMonde, für zahlreiche Kunden aus Bereich Print und Werbung. »Denken ist nicht greifbare Abstraktion«, sagt Porchez. Seine Schrifttypen sind die Übersetzung in Information, Kommunikation und Emotionen. »Das Schreiben war die effizienteste Art und Weise, Menschen und Informationen lebendig zu halten. Schriften sind dabei eine komplizierte Antwort auf ein einfaches Problem: Sie müssen in unterschiedlichen Zusammenhängen funktionieren.«
Für Porchez hat die Identität eines Unternehmens selbst dann mit Schriftbild zu tun, wenn es sich um Alltagsgegenstände wie beispielsweise Telefonbücher handelt.

Reisende und Spaziergänger treffen Jean François Porchez auf Schritt und Tritt, überall in Paris. Natürlich nicht ihn persönlich, sondern eine Schriftfamilie der Typofonderie: Parisine ist die Schrift der globalen Identität aller Transportmittel in Paris, von der Metro bis zu Bussen und Informationsschildern der Verkehrsgesellschaft. Ihre Vorzüge: Sie ist leicht lesbar, von Anzeigefeldern an Bussen über Fahrpläne, Hinweisen in der Métro bis zu Bahnhofsdisplays. Über die reine Benutzerfreundlichkeit hinaus verleiht Parisine darüber hinaus der Stadt und ihrem Transportsystem ein erkennbares Schrift-Image, das bis in kleinste Verästelungen dieses Systems durchdekliniert wurde.

Schriftenkataloge zeigen, dass Schriften wie eine DNA eine individuelle Identität darstellen, eine unverwechselbare Stimme eines Unternehmens; im Sinne eines Brandings, das funktioniert im Grunde ähnlich wie zu früheren Zeiten Wappen von Königen. Insofern sind Schriften eine perfekte, typografische Reproduktion, die idealerweise genauso direkt Inhalte und Wiedererkennbarkeit vermittelt wie Design selbst. Insofern sind solche individuell entwickelten Schriften vergleichbar mit Architektur. So wie  LeCorbusier zeitlos ist, sind das auch Typefaces – im Idealfall überleben sie technologische Veränderungen, Trends und ebenso auch semantische Veränderungen der Bedeutung von Sprache. Eine Gratwanderung ist das allemal, denn die richtige Schrift zu finden, ist eine Referenz an eine Marke.
Eine Gratwanderung ist das allemal, denn die richtige Schrift zu finden, ist nicht nur eine Referenz an eine Marke - sie schützt in individueller Anpassung und Durchdeklination durch alle Gestaltungsebenen auch vor Kopien. Falsche Schriften für zu kommunizierenden Inhalt oder ein Unternehmen zu verwenden, ist hingegen »ein ernsthafter Formfehler«, sagt Porchez dazu, »das ist nicht nur ein Fehler im Layout.«

Jean François Porchez im Netz: typofonderie.com