Eroticism

Mike Koedinger – Erotic Magazines II/Talk

Erotik ist Kopfsache, erotische Komplikationen sind Fantasien in Print, stimulieren alle Sinne: Ist nicht-visuelles erotisches Material eine Inspiration? Mike Koedingers Frage in die Runde der Macher erotischer Magazine bringt verblüffende Antworten hervor: Frank Rocholl setzt auf Nähe statt verkopfter Texte, auf Interviews mit Menschen, die »einfach näher dran sind«. Spannend auch, mit Dingen zu arbeiten, die nicht sichtbar sind, vorwiegend im Kopf stattfinden.

Josie Majetić – Handjob

Eingewickelt in Plastik, erscheint das Selfmade Magazine »Handjob«. Eher ein Kunstobjekt, widmet sich die Zeitschrift dem Thema Masturbation. Vor ungefähr drei Jahren hatte Josie Majetić die Idee eines eigenen Magazins – als experimentellen Raum und Ausgleich zu ihrer sonstigen Auftragsarbeit als Grafikdesignerin. Wie beschreibt man ein heikles Thema, über das man eigentlich gar nicht spricht? Ausgangsfrage für die Weiterentwicklung einer Idee, ein intimes Thema zu visualisieren und erfahrbar zu machen.

Frank Rocholl – Mirage magazine

Mirage ist ein Joint Venture Projekt von Editor Frank Rocholl und dem südafrikanischen Modefotografen Henrik Purienne, das sich mit insgesamt 400 Seiten irgendwo zwischen Mode- und Erotikmagazin positioniert. Auf den Hauptmärkten in den USA, in Asien und Frankreich ist das Magazin ein Renner; mehr Objekt als Publikation, ist Mirage geprägt von opulenten Bildinszenierungen und einer individuellen, eigenwilligen Ästhetik, die Frank Rocholl als »stimulierte Erfahrung« beschreibt.

Edvard Vince – TALC magazine

Am Anfang der Entwicklung von »Talc«, einem Designmagazin für Erwachsene der modernen Zeit, stand das Internet. Gemeinsam mit Fauzia Musa, Autorin und Strategieentwicklerin, startete Designer Edvard Vince eine Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Die beiden Gestalter wollen unabhängig sein von klassischen Verlagen, wollen ihre Vorstellungen eines Magazins selbstbestimmt und ohne die Zwänge traditioneller Strukturen im Publishing umsetzen.

Erotic Magazines Part I

»We still feature sexy images, but it's more art than eroticism now.« Ein aufblitzendes Zitat aus einem Video, in dem Frauenhände mit rot lackierten Fingernägeln die Seiten eines Magazins durchblättern. Mike Koedinger, CEO von Maison Moderne, unterscheidet: Zwischen »old porn«, der sich heute überwiegend im digitalen Raum finden lässt, und zwischen Erotik, die gedruckt wird. Damit wird Erotik zum Ereignis und haptischen Erlebnis zum Anfassen, zum Besitzen, zum Nicht-Verstecken.

Harri Peccinotti – Depth of Field

Wer den Namen Harry Peccinotti hört, denkt an Sinnlichkeit und Erotik, hat den Pirelli Calender im Sinn, den Rolling Stone der 50er, die britische Ausgabe der Vanity Fair, das Magazin Nova. Mit seiner Bildsprache zählt Peccinotti zu den Größen der Fotografie, die die Kunst- und Modefotografie im 20. Jahrhundert maßgeblich prägten. Dabei begann der Designer eigentlich seine Karriere in eher unfotografischer Umgebung: Mit Coverentwürfen für ein Jazzlabel, Adverting, Grafiken und Typografie.

Pekka Toivonen – What the FAT

»Hello Munich!« brüllt Pekka Toivonen seinem sprachlosen Publikum zu. Es ist perplex, verstummt nach einem Video, das mit allen Versatzstücken aus Porno- und Sex-Industrie spielt. Zwischen Latex-Fetisch, flottem Dreier, übergroßem Plastikpenis und Salatgurken kreiert Toivonen eine absurde Welt aus jungen Menschen, die mit gelangweilter Miene Sexualität mimen. Eine traurige Welt aus Klischees und Pornogesten, die jeglicher Erotik verlustig geht – und sich zugleich gnadenlos lustig macht. Das ist Kunst, das muss man schon mögen.

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